Stressmanagement – Innehalten

Zum Stressmanagement hab ich ja schon immer mal wieder einige Gedanken nieder geschrieben. Stressmanagement bedeutet manchmal auch Innehalten und schauen, ob die momentane (nicht zufriedenstellende) Lebenssituation noch so zu einem passt.  Wenn nein, dann muss etwas geändert werden, damit man selbst keinen (erst seelischen und später gesundheitlichen) Schaden nimmt. Prioritäten setzten, Analysieren, Ändern.

Innehalten

Innehalten kann bei Lappalien, wie Streit mit dem Liebsten oder den Kindern, genauso helfen, wie bei wirklichen Problemen. Kurz aus dem “Jammertal” gedanklich aussteigen, überlegen ob das gefühlte Problem wirklich so dramatisch ist, nachdenken darüber was eigentlich das schlimme an der Situation ist und was man tun kann um die Situation erträglicher zu gestalten. Das kann bei Krankheit eine Ernährungs- oder Lebensstiländerung oder bei Streitigkeiten das Besinnen auf die guten Eigenschaften des anderen sein oder oder oder. Welchen Preis bin ich bereit zu zahlen für eine Änderung der momentanen Situation?

Ein innerer Dialog kann genauso hilfreich sein, wie Gedanken nieder zu schreiben und sie dadurch zu ordnen. Wichtig beim Innehalten, finde ich, ist, dass man sich nicht ablenken lässt von Handy oder Fernsehen oder was weis ich. Es ist auch hilfreich Prioritäten zu setzten, was einem im Moment wirklich wichtig ist und abzuwägen welchen Preis man bereit ist zu zahlen. Hat man sich dann eine Zeit lang mit analysieren, Prioritäten (neu?) setzten und Abwegen beschäftigt, dann sollte man zu irgendeiner Konsequenz gelangen. Sei es die Erkenntnis, dass man nur überreagiert hat und alles nicht so schlimm ist oder, wenn es nach dem “Innehalten” immer noch nicht leichter geworden ist, etwas zu ändern. Irgendetwas. Lieber etwas ändern was vielleicht gar nichts bewirkt, als weiter in dem Jammertal, in dem man eben gerade war, stecken zu bleiben.

Wie gesagt das geht im Kleinen wie im Großen. Es gibt nur wenige Situationen in denen man überhaupt nichts ändern kann, und sei es einfach nur die eigene Sichtweise. Hat man diesen Punkt einmal erreicht, sinkt das Stresslevel gleich wieder, weil man sich nicht mehr so ausgeliefert fühlt, sondern eben etwas macht.

Auch ich erlebe immer mal wieder eine  Kriese. Meist nur wegen mir selbst und weil ich so schnell an mir zweifle. Im letzten Monat trat das etwas gehäufter auf und ich habe es vor kurzem an dieser Stelle schon einmal genauer beschrieben. Im Nach hinein war das dann doch etwas zu persönlich und hat nicht nur mich selbst betroffen. Deshalb hab ich einen Großteil des Textes gelöscht. Bitte seht mir das nach.

Für mich ist das Bloggen und die Präventionsberatung und der Verkauf von Ringanaprodukten ein Teil meiner Selbstverwirklichung. Es macht mir Spaß und ich hab noch sooo viele Ideen und Gedanken die ich niederschreiben könnte. Ideen was ich noch machen könnte… Spaß bei allem!

Und doch ist mir der “Preis” aktuell zu hoch. So wie es im Moment läuft, passt mir das nicht und es stresst mich (natürlich ist es objektiv betrachtet keine Stress). Ich habe in den letzten Monaten wirklich viel Zeit und auch Geld in mein Herzensprojekt investiert und  dabei ist wohl meine Familie unbeabsichtigt ein Stück weit auf der Strecke geblieben. Das geht für mich gar nicht. Das permanent schlechte Gewissen nerven mich und ich bin im Moment einfach ziemlich down.

Ich zweifle oft an mir und meinem Tun. Bin ich eine gute Mama? Eine gute Partnerin? Bin ich kompetent genug auf Arbeit, bei der Präventionsberatung, beim bloggen? Was könnte ich besser machen? Warum ist das so? Geht es mir nicht zu gut? Hab ich das verdient? Wie kann ich es wagen nicht zufrieden zu sein und zu jammern? Gedankenkarusell… manchmal nur durch eine unbedachte Bemerkung eines anderen ausgelöst und eigentlich völlig unnötig. Da hilft nur Innehalten.

Konsequenzen

Meine logische Konsequenz (mein Streßmanagement) ist es jetzt erstmal mit dem Zeitaufwendigsten, dem Bloggen etwas zurückzutreten. Ich schließe meine Seite nicht aber ich reduziere die Anzahl der Artikel pro Woche und verzichte auf meinen Anspruch der regelmäßigkeit. Mal sehen ob ich da aus meinem Muster ausbrechen kann (diese Woche noch nicht… 🙂 )

Jetzt werde ich erst einmal beobachten, wie es läuft wenn ich weniger Zeit und Energie in mein neues Hobby der Bloggerei investiere. Ich versuche ein paar Gänge zurückzuschalten und mich mehr den Bedürfnissen der Kinder und der Familie anzupassen. Wenn sich die Wogen etwas geglättet haben und ich mich wieder wohler in meiner Haut fühle und einen neuen besseren Rhythmus mit der Arbeiterei, Haushalt, Schule, Kindergarten und dem Rest gefunden habe forciere ich den Blog wieder mehr.

UpDate (einige Stunden später 🙂 ):

Glücklicherweise bin ich kein nachtragender Mensch und kein Kind von Traurigkeit. Nach einem wirklich schönem Familiennachmittag am Sonntag ohne Handy und Co geht es mir wieder besser. Dieser Nachmittag des Innehalten mit dem Aufscheiben (hier im Artikel) einiger meiner Gedanken und Gefühle, dem Analysieren meiner Prioritäten und dem inneren Dialog zur Gesamtsituation ganz ohne Ablenkungen wie einem Handy, hat mir in meinem persönlichen Stressmanagement sehr geholfen und ich kann nach so kurzer Zeit wieder nach vorn blicken.

Ein gutes Gespräch mit einer Freundin hat mir den Rest meiner Frohnatur wieder hergestellt. Das Gespräch und das darauffolgende Innehalten mit mir selbst, hat mir geholfen meine unrationellen Gefühle besser einzuordnen. DANKE!!

Ich habe eine Idee davon was ich ändern werde und was mir am wichtigsten ist. Dadurch kann ich mit jammern aufhören und wieder dankbar an verschiedenen Dingen arbeiten.

Fazit

Innehalten kann also in stressigen, überfordernden Situationen wirklich weiterhelfen. Jeder muss für sich selbst entscheiden wie er das am besten praktiziert. In den Wald gehen, Sport treiben, spazieren oder oder oder. Raus aus der Situation und Innehalten. Auch Gebete können an der Stelle sehr heilsam sein.

Wie macht ihr das wenn ihr solche Hänger habt und an euch zweifelt? Oder gehört ihr zu den Menschen die einfach nicht an sich zweifeln und ihr Leben einfach frohen Mutes leben? Ist diese Innehalten eine Hilfe für euch?

Mir jedenfalls hat es schon oft geholfen in den verschiedensten Situationen. Auch in wesentlich unschöneren oder belastenderen Situationen als der eben beschriebenen. Gerade das Besinnen auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben, das wofür ich dankbar bin und was ich alles habe, norden mich immer wieder ein und helfen mir mit stressigen Momenten umzugehen. Natürlich hilft es nicht immer sofort und ich bin auch manchmal viel zu schnell ohne wirklichen Grund gestresst, aber langfristig hat es mich doch immer irgendwie weitergebracht.

Ausblick

Ich hoffe, dass ich nicht all meine Leser für immer verliere, wenn es jetzt erstmal etwas ruhiger auf dem Blog wird, aber das ist eben mein Preis, den ich momentan bereit bin zu zahlen. Wie genau ich in Zukunft bloggen werde, weis ich noch nicht. Vielleicht reduziere ich erstmal die Anzahl der Blogartikel und oder nehme es mit der Regelmäßigkeit nicht mehr so genau. Habt ihr Wünsche zu Artikeln? Gibt es bestimmte Themen die euch gar nicht interessieren oder Dinge über die ihr gern mehr erfahren würdet? Welche Artikel gefielen euch bis jetzt am Besten? Wenn ich darüber etwas weis, kann ich zwar weniger aber dafür für euch relevantere Themen bearbeiten und veröffentlichen.

Ich verspreche euch jedenfalls, euch erstmal als Bloggerin erhalten zu bleiben und hoffe ich hab euch mit meinem Gejammer nicht völlig verschreckt und Genervt. 🙂

In diesem Sinne

Bis bald

Eure Mama Mude

Nachtrag: Einen Teil des Textes lösche ich heute wieder, weil es mir jetzt im Nachhinein auffällt, dass es zu weit in die Privatsphäre meiner Familie Einblick gewährt. Meine Gedanken zum Thema Privatsphäre stehen in einem neuen Artikel der am 27.06.2018 veröffentlicht wird. Danke für euer Verständnis!

Eure Mama Mude

4 Antworten auf „Stressmanagement – Innehalten“

  1. Liebe Erdmude,ich wollte dir schon so oft schreiben.Deine Artikel und deine Art zu schreiben finde ich sooo schön.Und dein Artikel spricht mir aus der Seele!!!!Ich fühle mich ganz oft genauso wie Du.Ich bin eifersüchtig wenn mein großes Kind mit Papa aufs Konzert geht(ich mag die Musik nicht)und bin traurig wenn sich mein Kind lieber in seinem Zimmer aufhält,als sich mit uns zusammenzusetzen…..Aber das ist alles völlig in Ordnung(das habe ich jetzt gelernt) und hat alles seine Richtigkeit.Die Kinder brauchen nicht nur Mama.Sie brauchen auch Papa,Oma,Opa,Freunde….für die Entwicklung ist das enorm wichtig!!!In der Zeit,wo er lieber mit Papa oder Oma spielt,hast du Zeit für dich!!Das ist auch kein Abwenden von dir,sondern einfach die Entwicklung.Wenn es den Kids nicht gut geht,ist immer nur eine Person gleich wichtig….MAMA.Daran hab ich gemerkt,das ich trotz das er oftmals nichts mehr mit mit zu tun haben möchte,Bezugsperson Nr.1 bin.Loslassen tut so weh und ist sehr schwer und dann ständig dieses schlechte Gewissen!!!Aber die Kids sehen das meist garnicht so.Das sind wir selbst.
    Wenn du damit erst einmal glücklich bist,etwas kürzer zu treten,was das Blocken betrifft,dann ist das völlig in Ordnung und jeder freut sich,wenn er/sie wieder etwas von dir lesen kann.Ich finde aber wirklich,das du das nicht aufgeben darfst.Da ich merke das dir das total viel Freude macht und du glücklich dabei bist.Deine Familie möchte ganz sicher keine traurige Mama Mude.Denke ab und an auch mal an Dich selbst und sei mal so richtig egoistisch!!!Das tut dir und deiner Familie gut.Ich weis von was ich rede.Denn wenn du etwas gemacht hast,was dir Freude bereitet,strahlst du das nach außen aus und bist mit allem gelassener.
    Liebe Erdmude,nächste Woche kann ich dann auch endlich wieder mit der Wiedereingliederung beginnen,vielleicht sehen wir uns und vielleicht haben wir Zeit auf einen kurzen Plausch.Bis dahin ganz liebe Grüße Jacky

  2. Liebe Mude,
    Deine Artikel sind herrlich natürlich, weil sie voll aus dem Leben stammen. Ich denke, dass es nur wenige Menschen gibt, die sich keine Gedanken machen und jeder Mensch kennt (wenn er es analysiert ) Sätze, die ihn unter Druck setzen und evtl ein schlechtes Gewissen bereiten.
    Bei mir ist es ähnlich, wie bei dir.
    Meine kleine Tochter hat gerade entdeckt, dass der Papa für sie mindestens genauso wichtig ist, wie Mama. Nun will sie meist nur mit ihm kuscheln. Es ist für mich eine Zeit des Loslassens. Denn ich weiß, dass ich nicht weniger wichtig bin. Nur kommen langsam weitere wichtige Menschen für sie dazu.
    Mein Opa sagte immer, dass es um ein Kind zu erziehen ein ganzes Dorf braucht. Recht hat er. Also geben wir unsere Kinder frei und lassen sie ihre Welt erkunden. Dann fällt es ihnen hoffentlich leicht, wieder zu ihrem Ursprung zurück zu kommen – zu uns ?.

    Ich mag es deine Artikel zu lesen. Da finde ich viele Parallelen zu meiner Familie. Es ist gut, wenn du nur schreibst, wenn dir der Sinn danach steht, dann bleibst du locker und hast auch genug Energie. Denn in meinem Alltag ist es mir am wichtigsten, immer genug Energie für die Dinge zu haben, die mir Spaß machen. Und meine Familie steht da an erster Stelle und danach komme ich und dann erst Alles andere. Wenn ich merke, dass mein Stresslevel steigt, lasse ich alles weg, was nicht sein muss und halte auch inne, analysiere und steuere gegebenenfalls neue Ziele an.

    Liebe Mude, nach einer schönen Elternzeit ist es schwierig, wieder in einen angenehmen Alltag zu kommen, der alle Seiten in ein ausgewogenes
    Maß bringt. Lass dir Zeit dafür und hör auf deinen Bauch.

    Liebe Grüße
    Tina

    1. Liebe Tina,

      so schön von dir zu hören!! Vielen Dank für deine lieben aufmunternden Worte! Du hast völlig recht!! Und ich werde sie berücksichtigen!! 🙂

      Liebste Grüße
      Mama Mude 🙂

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