Interview mit Naturfriseur Katrin Zantow

Ich bin froh euch heute wieder eine bemerkenswerte Frau vorzustellen, die in den letzten Jahren meinen Weg kreuzte. Aus meinem Wunsch heraus so wenig wie möglich Giftstoffe an mich heranzulassen bin ich immer auf der Suche nach Alternativen ohne auf ein Mindestmaß an Comfort verzichten zu müssen. Ein Friseurbesuch ist definitiv etwas ganz wunderbares und ich möchte nicht darauf verzichten. Eines Tages fiel mir das kleine Geschäft neben dem Zschopauer Bioladen ins Auge und ich war sofort Feuer und Flamme! Ein Naturfriseur – wow und das hier in meiner Nähe – dort muss ich hin. Gesagt getan und was soll ich sagen – ich war und bin begeistert. So hatte ich mir das vorgestellt. Gemütliches Ambiente, schöne fröhliche Umhänge, gute Beratung, die Frisur gefiel mir auf Anhieb und nichts stank nach Chemie! Ein Traum für mich. Ein Friseurbesuch zum Wohlfühlen und ohne Reue und “Nebenwirkungen”.  Seither gehe ich regelmäßig – 2x im Jahr- dort hin. Ja ich weis das ist nicht wirklich oft, aber nichts desto trotz freue ich mich immer wieder darauf. Es ist nicht nur der Haarschnitt und das Weglassen der “Chemie” das ich schätze. Mit Frau Zantow kann man auch wunderbar schweigen und genießen oder sich hervorragend unterhalten und philosophieren. Eine Wohltat.

Heute war es wieder mal so weit und ich nutzte die Gelegenheit gleich für ein Interview. Danke für die Zeit und das tolle Gespräch!

Wer ist Katrin Zantow

Diese Frage kann man natürlich nicht in ein paar Sätzen beantworten. Wer kann das schon abschließend von sich selbst sagen 😉 ?? Trotzdem erzählt sie mir ein paar Dinge über sich.

Katrin Zantow ist 1962 hier im Erzgebirge geboren und hat 2 erwachsenen Kinder. Viele Jahre lebte sie fern der Heimat und betrieb dort als Friseurmeisterin ein eigenes Friseurgeschäft. Jetzt nach 35 Jahren ist sie zu ihren Wurzeln zurückgekehrt und fühlt sich hier auch wieder sehr wohl. Neben ihrem Friseursalon hat sie noch einen eigenen Garten in dem sie gern Zeit verbringt und alles Mögliche anbaut. Katrin Zantow lebt zusammen mit einer großen Katze in Zschopau und kann so alles ohne Auto bewerkstelligen.

Seit 2016 betreibt sie ihren Naturfriseur in der Ludwig-Würkert-Str. und ist unter der Tel. 03725-2379946 oder 01602303808 zu erreichen. Wer sich ihre Internetseite mal anschauen will kann hier klicken.

Was ist ein Naturfriseur?

Als Naturfriseur verwendet Frau Zantow nur natürliche Produkte. Es gibt verschiedene Serien die sie verwendet. Darunter zum Beispiel “ovimed” – eine basische Pflegeserie. Es kommen nur Naturfarben zur Anwendung und was ich ganz wunderbar finde – Frau Zantow bürstet die Haare ausgiebig mit einer guten Haarbürste und massiert den Kopf bei der Haarwäsche ganz wunderbar. 🙂

Ihr Konzept ist es keinem Trend oder keiner Mode zu folgen, sondern vielmehr das herauszuarbeiten, was die Kundin natürlicherweise mitbringt. Wer bin ich eigentlich? Frau Zantow möchte ihren Kunden eine Oase bieten, sie mit Informationen zur natürlichen Haar und Kopfhautpflege versorgen und zur Einfachheit zurückführen. Weniger ist manchmal mehr.

Was hat Sie dazu bewogen den Weg als Naturfriseur einzuschlagen?

Frau Zantow erzählt mir, dass sie 30 Jahre lang sehr gern als konventioneller Friseur gearbeitet hat. In der Zeit hat sie das Beste daraus gemacht und so haarschonend wie möglich mit den vorhandenen “chemischen” Produkten gearbeitet. Nach dieser langen Zeit wagte sie einen ziemlich radikalen Ausstieg. Das Gefühl “das ist nicht mehr meins – so kann es nicht weiter gehen” bewog sie das Friseurgeschäft zu verkauft und den Weg der Selbstfindung zu beschreiten. Was will ich noch vom Leben? Wie kann es weitergehen?

Neben der Umstellung des eigenen Lebensstils hin zu einem gesünderen, bewussteren Leben, passte es einfach nicht mehr mit der ganzen Chemie zu arbeiten. Nach einer längeren Auszeit ohne Arbeit wuchs die Erkenntnis, dass sie es liebt Leute zu frisieren und der Beruf Friseur ihre Berufung war,ist und bleibt, aber eben nicht mehr so wie früher. Blieb die Frage: Wie dann???

Auf einer beruflichen Zwischenstation in Chemnitz durfte Frau Zantow in einem Geschäft mitarbeiten, die Beides anboten. Konventionelle Haarpflege und die Naturschiene. Hier zeigte sich die neue Richtung und nach einigen Selbstversuchen bei diversen Naturfriseuren stand fest, dass das ihr Weg sein würde.

Der passende Standort ihrer kleinen Oase ist nun in Mitten von anderen kleinen  alternativen Geschäften (Bioladen Grünes Haus, ‘S Lädl,  Kaffeesack,  Kinaree, Weltladen Akelei). Hier fühlt sie sich wohl und ist in guter Gesellschaft.

Welche Herausforderungen dominieren ihre aktuelle Lebensphase?

Die größte Herausforderung ist es alles allein zu bewältigen. Ohne einen Partner der sie unterstützt, muss neben dem Geschäft die Wohnung und der Garten in Schuss gehalten werden.

Alles Dinge die sie liebt und gern macht aber es ist eben Arbeit und immer alles allein zu managen ist eine Herausforderung, schließlich soll nichts zu kurz kommen. Sie sagt von sich selbst, dass sie lernen muss auch mal was liegen zu lassen oder eben nicht in den Garten zu gehen. Der Ausstieg aus dem Hamsterrad, das manchmal auftaucht, ist eine Herausforderung die sicher so mancher von euch kennt.

Das Verrückte daran ist, dass die Dinge, wie zum Beispiel das Verarbeiten der eigenen Ernte, stressig sind und oft auch Stress verursachen. Andererseits dienen sie auch der Stressbewältigung. Es ist etwas schönes das eigene Geerntete zu verarbeiten, zu essen oder zu verschenken.  Es kommt eben auch hier wiedermal auf die Sichtweise an.

Was stresst sie?

Die eigenen (zu) hohen Anforderungen und Erwartungshaltungen an sich selbst. Der innere Antreiber stresst Katrin Zantow am meisten.

Wie äußert sich Stress bei Ihnen?

Interessanterweise wusste Frau Zantow darauf gar nicht so spontan eine Antwort. Sie beschreibt nach kurzem Nachdenken ein Gefühl der Hilflosigkeit und des Zweifelns. Wenn sie gestresst ist, läuft ein inneres Gedankenkarusell und sie verfällt in eine emotionale Ohnmacht.

Wie sieht ihr persönliches Stressmanagement aus?

Meditation ist hier das Stichwort. Frau Zantow hat gelernt sich selbst zu zuhören und wahrzunehmen. Das Meditieren hilft ihr dabei enorm. Stille, Ruhe und Rückzug braucht sie für sich, um mit Stress klar zukommen.

Das morgendliche Teeritual mit grünem guten Tee und die Stille des Morgens hilft ihr sich selbst zu ordnen und für den Tag zu wappnen. Alles kommt ins Fließen und dann kann es in den Tag gehen.

Was ist ihr gesundheitliches Präventionskonzept?

Auch hier muss Frau Zantow kurz überlegen. Für sie ist diese Frage irgendwie nicht so zu beantworten, weil sie eine andere Sichtweise auf die Gesundheit und Krankheit hat.

Sie sieht es so, dass es keine Krankheiten gibt sondern nur Disharmonien. Eigentlich seien wir heil aber wenn wir uns verlieren oder in Dinge reinziehen lassen die uns nicht guttun, dann zeigt uns der Körper das. Diese Disharmonien werden von Vielen eben dann als Krankheit angesehen. Ein ganz anderer Ansatz.

Frau Zantow ist es wichtig, dass die Verantwortung bei uns selbst liegt. Es ist nicht so, dass sie die Schulmedizin ablehnt, aber wenn ich gesund werden will muss ich mich selbst darum kümmern. Da hilft ihr zu hinterfragen, was will mir mein Körper jetzt damit sagen?

Krankheit sollte nicht als Strafe verstanden werden, sondern als Chance sich mit sich selbst auseinander zu setzten!

Die Krankheit annehmen und überlegen was kann ich selbst dafür tun, dass es meinem Körper besser geht.

Einen Satz (ein Zitat von einem Autor ihrer gelesenen Bücher) von Frau Zantow fand ich gut und inspirierend für mich: “Es gibt keine Probleme sondern nur Aufgaben an denen wir wachsen können.”

Fazit

Es war ein tolles Interview mit vielen neuen Denkanstößen und Sichtweisen für mich, die mich wiedermal inspirierten und gleichzeitig so viele ähnliche Gedankengänge, die mich mit meinem Friseur verbinden. Ich bin sehr dankbar Sie gefunden zuhaben!

Eure Mama Mude

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