Gesunde Darmflora

Die vorläufig letzte Folge in der Serie ein gesunder Darm handelt von unserer Darmflora. Ohne die vielen nützlichen Helfer in unserem Darm würden wir ganz schön alt aussehen.

Schutzschichten in unserem Darm

Unser Darm schützt uns mit einer dreifachen Barriere vor unerwünschten körperfremden Stoffen. Die erste Schutzebene ist die Darmflora (1) gefolgt von der Darmschleimhaut (2) und dem Darm assoziierten Immunsystem (3).

Die Darmflora als erste Barriere besteht aus unzähligen nützlichen Bakterien. Bilden diese einen dichten “Rasen” dann kann die Abwehr von Krankheitserregern effektiv funktionieren. Im Laufe der Zeit sind die Bakterien eine Symbiose mit uns eingegangen und 99% aller im menschlichen Körper befindlichen Bakterien leben im Darm.

Was leistet unsere Darmflora

Diese überaus nützlichen Bakterien leisten viel:

  • produzieren für uns Vitamine und Hormone
  • trainieren unser Immunsystem
  • versorgen die Darmschleimhaut
  • verteidigen uns gegen Krankheiten
  • helfen bei der Verdauung
  • bilden sogar das Glückshormon Serotonin

All diese Aufgaben kann unsere Darmflora nur dann bestmöglich erfüllen, wenn sie sich mit einer großen Vielfalt an Bakterien im Gleichgewicht befindet.

Wenn das Gleichgewicht gestört ist

So viel hängt von einem funktionierenden Ökosystem Darm ab. Gute Abwehrkräfte genauso wie mentale Balance, eine gesunde Haut, sportliche Leistung und Energie. Selbst Übergewicht kann von einer Fehlbesiedlung im Darm mit Firmikuten mit verursacht werden (Menschen die nicht abnehmen können).

Stress, einseitige Ernährung, Erkrankungen oder bestimmte Medikamente wie z.B. Antibiotika können das Gleichgewicht im Darm empfindlich stören. Als erstes ist die Darmflora und die Darmschleimhaut betroffen. Über kurz oder lang kommt dann auch das Immunsystem im Darm aus dem Takt.

Viele gesundheitliche Probleme werden mit einem gestörten Gleichgewicht im Darm in Verbindung gebracht:

  • Antibiotika-assoziierte Durchfälle
  • Reizdarmsyndrom
  • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
  • Allergien und Erkrankungen wie Neurodermitis
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Infektanfälligkeit
  • starke Blähungen, Verstopfungen

Störungen der Darmflora

Werden unsere natürlichen nützlichen Darmbakterien dezimiert, können sich in Folge dessen schädliche Keime wie z.B. Hefepilze im Darm vermehren und Probleme bereiten.

Solche Ungleichgewichte werden oftmals durch Antibiotikagaben verursacht. Antibiotika ist eine tolle Sache und unglaublich wichtig und nützlich, aber leider unterscheidet das Antibiotika nicht zwischen gut und böse. Neben dem gewollten Effekt die krankmachenden Keime abzutöten dezimiert sich eben auch die Zahl unserer wichtigen Darmbakterien. Die Artenvielfalt nimmt ab, nützliche Bakterien gehen verloren und schädliche Keime können zunehmen.

Ähnlich Ursachen für die Fehlbesiedlung im Darm sind Immunsuppressiva, , Strahlentherapien und Giftstoffe.

Ein relativ unbekanntes und unbeachtetes Problem für die Darmflora bei Kindern stellt der Kaiserschnitt dar. Auch hier gilt natürlich, dass dieser in vielen Fällen absolut nützlich und lebensrettend ist. Ich persönlich bin sehr dankbar für diese Möglichkeit in der Geburtshilfe! Allerdings ist es eben von der Natur anders vorgesehen. Auf dem natürlichen Weg der Geburt nehmen die Babys die “richtigen” Bakterien für die Darmbesiedelung auf. Beim Kaiserschnitt kommen andere Bakterien mit dem Neugeborenen in Berührung und so wird eine weniger effektive Darmflora aufgebaut. (Dr.Stöcher) Die Folge ist, dass Kaiserschnittsbabys öfters an Neurodermitis und Allergien erkranken.

Beides, Antibiotika und Kaiserschnitt, sind schon für viele Menschen ein Segen gewesen und haben unzählige Leben gerettet. Wichtig ist mir nur, dass einem auch die weniger offensichtlichen und meist leider NICHT angesprochenen  Nebenerscheinungen klar sind. Ein bewusster Umgang mit beiden und ein sorgfältiges Abwegen des Für und Wieder der Behandlungen gemeinsam mit einem Arzt sind schon eine gute Basis. Baut man nach den besagten Behandlungen die Darmflora wieder auf lassen sich viele von den  genannten Problemen vorbeugen oder lindern.

Unterstützung für den Darm und die Gesundheit

Mit Probiotika und Präbiotika kann man viel für seine Gesundheit tuen.

Probiotika

Probiotika sind nach der Definition der WHO lebende Mikroorganismen, die, wenn sie in ausreichender Menge eingenommen werden, einen gesundheitsfördernden Nutzen für den Körper haben.

Die als Probiotika eingesetzten Mikroorganismen sorgen für ein gesundes Darmmilieu. Somit können sie Ansiedlung von Krankheitserregern unterdrücken sowie Giftstoffe unschädlich machen. Sie unterstützen die Aktivität des Immunsystems und stärken die Darmschleimhaut.

Mir und meinen Kindern haben die Einnahme von Probiotika schon gute Dienste erwiesen.

Präbiotika

Präbiotika sind spezielle Ballaststoffe, die das Wachstum bzw. die Aktivität bestimmter nützlicher Darmbakterien anregen. Sie sind quasi die Nahrung für unsere guten Darmbakterien

In Chicoree, Schwarzwurzel, Tominambur und vielen unverarbeiteten Lebensmitteln sind Präbiotika natürlich vorhanden. Zwiebel und Knoblauch  sind ebenso wie alle Kleien eine optimale Ernährung für unsere Darmbakterien.

Alternativ kann man auch Flohsamenschalen nutzen. Diese wirken auch präbiotisch ohne blähend zu wirken.

Eine natürliche Ernährung hat also auch hinsichtlich der gesunden Darmflora nur Vorteile.

Behandlung von Fehlbesiedlungen im Darm

Neben einer Ernährungsumstellung sind Heilpilze genauso wie Probiotische Präperate hilfreich um seinen Darm wieder auf Vorderman zu bringen. Wenigstens nach jeder Antibiotikakur sollte eine Darmsanierung in Angriff genommen werden.

Gerade Kinder die immer wieder mit Antibiotika behandelt werden ohne zwischendurch auch einmal eine Darmsanierung zu erhalten, sind oft Infektanfälliger und leiden eher an Allergien. Ein Teufelskreis. Krank-Antibiotika-Krank-Antibiotika… Natürlich lässt es sich nicht immer vermeiden, aber leider haben viele Kinder gar nicht die Gelegenheit von selbst richtig gesund zu werden. Die Eltern müssen auf Arbeit, Kinder müssen funktionieren und um über Alternativen nachzudenken fehlt oftmals die Kraft und die Energie. Verständlich. Eine Darmsanierung nach jeder Antibiotikagabe könnte das Problem etwas entschärfen und die Kinder auch langfristig vor gesundheitlichen Problemen schützen.

Eine Untersuchung des Stuhls kann genauer Aufschluss über eine Fehlbesiedlung im Darm liefern. Damit sind Rückschlüsse auf den Zustand der Darmflora möglich, um einen passenden Therapieplan zu erstellen. Änderung der Nahrungszusammensetzung, Behandlung mit natürlichen Darmkeimen oder eine Antipilzbehandlung können so Abhilfe für einige gesundheitliche Probleme liefern.

Fazit

Für einem gesunden Darm ist eine gesunde im Gleichgewicht befindliche Darmflora (gelbes Bild 🙂 ) unerlässlich. Bei einem Ungleichgewicht (rotes Bild 🙂 ), hervorgerufen durch eine falsche Ernährung, Medikamente oder Giftstoffbelastungen, kommt es zu Fehlbesiedlungen. Diese wiederum verursachen vielerlei Probleme. Angefangen bei Allergien über Neurodermitis bis hin zu einer hohen Infektanfälligkeit.

Mit den richtigen unveränderten Lebensmitteln, dem achtsamen Umgang mit Medikamenten, einer Darmsanierung mit natürlichen Darmbakterien und/oder  Heilpilzen kann ein gesundes Ökosystem Darm wieder hergestellt werden. Ein gesunder Darm trägt erheblich zum Wohlbefinden bei.

Für mich und meine Kinder hat die Darmsanierung und die “Darmpflege” schon viele positive Auswirkungen gehabt. Ich bin dankbar, diese Möglichkeit zur Förderung unserer Gesundheit entdeckt zu haben. Auch das ist für mich ein wesentlicher Puzzelstein für meine Gesundheit und er bringt mich auf dem Weg hin zu mehr Gesundheit und Wohlbefinden wieder ein ganzes Stück weiter.

Eure Mama Mude

Quellen

Fitness für den Darm – Dr.medNorbert Scholz

Ausbildungsunterlagen Dr. Stöcher

Warum Gesundheit im Bauch entsteht – nutrimmun

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