Routinen – hilfreich beim Streßmanagement

Wie ihr sicher schon meinem letzten Wochenende in Bildern Artikel entnommen habt, ist bei uns gerade wieder ein Umbruch fällig. Ich gehe seit letzte Woche wieder in Schichten arbeiten und der Kleine in den Kindergarten. Heute möchte ich euch einige Gedanken zu  einem meiner Hilfsmittel im Umgang mit den neuen Herausforderungen vorstellen: Routinen.

Rückblick

Die letzten beiden Jahre waren herrlich, geregelt, weitestgehend entspannt und für die ganze Familie relativ stressfrei ohne je langweilig gewesen zu sein. Es hatten sich verschiedene Routinen eingeschliffen und haben so auch dazu beigetragen, dass jeder seinen Platz gefunden hatte und wir alles gut unter einen Hut gebracht haben. Nicht nur das, auch mein mittlerweile um einiges gesünderer Lebensstil ist mit diesen Routinen leichter realisierbar.

Klar gab es auch viel Aufregendes und Neues. Mein großer Sohn ist in die Schule gekommen und hat einen Bruder bekommen. Mein Partner hat sich mit der Holzuhrenherstellung selbstständig gemacht. Ich habe 2 Ausbildungen abgeschlossen, mich als Präventionsberatung selbstständig gemacht und das bloggen angefangen. All diese Neuerungen konnten sich in unseren Alltag gut einfügen und es haben sich hilfreiche Routinen herauskristallisiert, so dass alle gut zurecht gekommen sind. In der Elternzeit ist wenigstens einer nicht so extrem reglementiert und kann so auch eine Menge puffern und flexibel reagieren.

Anstehende Änderungen

Jetzt mit dem Ende der Elternzeit fallen viele hilfreiche Routinen erstmal weg.

Schon früh am morgen alle aus dem Haus zu bekommen ist schwieriger, wenn einem selbst die Zeit im Nacken sitzt, weil man auf Arbeit muss und der Kleine perdu nicht in den Kindergarten will. Da ist es gar nicht so einfach trotzdem zu kneippen, Morgensport zu machen und in Ruhe kauend ein ordentliches Frühstück zu essen.

Oder die Essenszeiten: Eigentlich möchte ich nicht nach 18 Uhr Abendessen, weil das gerade für die Darmgesundheit besser ist. Deshalb haben wir uns das in letzter Zeit so angewöhnt gegen 17.30 Uhr Abendbrot zu essen. Jetzt wenn ich Spätschicht habe, bin ich vor 19.30 Uhr nicht zu Hause und auch ziemlich hungrig. Hier muss ich mir demnächst irgendetwas anderes einfallen lassen, denn ich will nicht all meine Überzeugungen von einem gesunden Lebensstil über Bord werfen. Entweder praktiziere ich an solchen Tagen das Intermittierende Fasten oder ich muss mir eine leichte Suppe vorkochen, die ich dann Abends doch noch esse oder – hmm mal sehen was mir dazu noch so einfällt.

Routinen überprüfen

Das gehört eben auch dazu regelmäßig seine Routinen zu überprüfen ob sie noch passen, ob sie helfen den Stress zu reduzieren oder ob sie eher mehr Stress verursachen. Bei letzteren muss man sie eben über den Haufen werfen und sich eine bessere Routine überlegen.

Neue Routinen muss man eine zeit lang testen und denen die Chance geben sich wirklich einzuschleifen.

Routinen – hilfreich beim Stressmanagement

Generell finde ich es sehr hilfreich Routinen zu entwickeln und dem Tag so ein Gerüst zu geben. Gerade Kinder profitieren meiner Meinung nach extrem davon, wenn alles seinen geregelten Gang geht.

Es ist wie mit dem Zähne putzten. Wer denkt schon noch darüber nach ob er Zeit oder Lust zum Zähneputzen hat? Wohl eher keiner. Diese Routine ist uns in Fleisch und Blut übergegangen und es stresst niemanden dass er 2 mal am Tag gründlich Zahnpflege betreibt.

Dinge die einem anfangs unvorstellbar sind, können sich so einfach in den Alltag integrieren lassen. Sie werden nicht mehr vergessen und auch der innere Schweinehund hält irgendwann die Klappe. Ein gutes Hilfsmittel um sich einen gesünderen Lebensstil anzueignen, oder das Familienleben zu entstressen.

Nachteile von Routinen

Sicher – Routinen machen auch unflexibler. Sie geben zwar Halt und können helfen sein Leben besser zu meistern, aber die Spontanität kann auch darunter leiden. Mich stört das nicht. Mit dem Erwachsener werden und den Kindern schwindet die Spontanität eh erstmal und die festen Tagesabläufe helfen mehr als dass sie mich stören.

Bei den Routinen kann man es ja wenn nötig genauso halten wie mit dem Essen und sogenannte Cheating Days einführen. Schon allein am Wochenende kann man auf manche Routinen der Woche verzichten, wenn man mag. Wobei es auch hier wie beim Essen ist. Je öfters man cheatet, desto schwerer ist es, die gewählte Routine beizubehalten.

Alles neu macht der Mai

Bei uns muss sich eben gerade alles neu finden (jetzt im Mai 🙂 )und das oftmals im Wechsel der Wochen, weil ich in Schichten arbeite. Eine echte Herausforderung für mich und die Kinder, besonders für den Kleinen.

Die Hausaufgabenzeit muss verschoben werden. Die Essenszeiten müssen angepasst werden. Der Kleine muss jede Woche vormittags in den Kindergarten, auch wenn ich wegen der Spätschicht zu Hause bin. Würden wir das an meinen Schichtplan anpassen, würde er noch schwerer damit zurecht kommen. Also auch hier hilfreich wieder die Routine des täglichen Kindergartenbesuches nutzten.

Für meine eigenen Routinen, bin ich noch am deichseln wie ich was wann erledige. Weniges, wie mein Glas Wasser am morgen und das Kneippen gleich nach dem Aufstehen können unverändert so bleiben. Problematischer wird es eine Routine für das Bloggen, das Brot- und Brötchenbacken, Sport oder  Zeit für mein Pferd zu finden. Alles Dinge die nicht lebensnotwendig sind, aber die ich aus den verschiedensten Gründen auch nicht aufgeben möchte.

Prioritäten festlegen

Prioritäten müssen immer wieder überprüft werden und unsere Routinen können sich danach anpassen. Diese Prioritäten setzten und dabei ehrlich zu sich sein ist die Grundlage dafür, dass die daraus entstehenden Routinen auch tatsächlich stressmindernd sind. Was ist mir im Moment am Wichtigsten?

Ist das erst einmal geklärt, entstresst das auch Vieles, weil man nicht immer wieder mit sich ringen muss, was jetzt gerade wichtig ist. Wir haben ja vielmals die Wahl, auch wenn wir uns oft einreden es sei nicht so. Alles hat seinen Preis und man muss ganz allein für sich klären, welchen Preis man bereit ist zu zahlen. Und das meine ich nicht unbedingt in finanzieller Hinsicht.

Ich z.B. habe eben gerade die Priorität hin zum Geldverdienen verschoben. Ich hätte ja auch noch ein weiteres Jahr Elternzeit nehmen können. Der Preis für etwas mehr Geld auf meinem Konto ist eben weniger Zeit für andere, mir wichtige Dinge.

Auf der anderen Seite war die Kindererziehung die letzten beiden Jahre in der Prioritätenliste weiter oben, als das Geldverdienen.

Und so ist es doch immer: ein Ausbalancieren. Ich finde wenn man sich das bewusst macht und sich auch mal kurz damit beschäftigt, nimmt es ein Stück weit das Gefühl des ausgeliefert sein.  Das wiederum entstresst Vieles.

Das Leben der Anderen

Die letzten Tage habe ich mich ziemlich über mich geärgert.  Der schon erwähnte, für mich stressige, Einstieg in die Arbeitswelt führte dazu, dass ich mir übelsten Druck gemacht habe. Es fing schon damit an, dass ich mich darüber geärgert habe gestresst zu sein und weniger Nerven für die Kinder zu haben. Es hat mich also gestresst gestresst zu sein – echt bescheuert 🙂 . Dann habe ich mir vor meinem inneren Auge alles aufgelistet was ich doch neben der Arbeit noch alles machen will. Zu guter Letzt habe ich ein total schlechtes Gewissen bekommen, weil doch andere Frauen so viel mehr auf die Reihe bekommen als ich und nicht halb so gestresst sind.

Ich kenne so viele tolle und taffe Frauen: Alleinerziehende mit 3 Kindern und Haus und Vollzeitjob, Mamas mit vielen Kindern ohne großartige Unterstützung von Oma und Mann. Hausfrauen die sich ganz ihrer Familie widmen ohne Anerkennung in irgendeinem Beruf. Frauen mit Vollzeitjob und Kind weitab von der Familie. Frauen mit Job und eigenem Gewerbe nebenbei. Die Liste ist noch so viel länger. Ich bewundere euch und finde ihr macht alle einen super Job und ihr verdient alle mehr Anerkennung für das was ihr tagtäglich leistet!!

Schlussendlich bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass es total ok ist genauso wie ich mit meiner Familie lebe. Ich denke jeder hat seine eigenen Päckchen zu tragen,  muss seine eigenen Routinen finden, seine eigenen Prioritäten setzten und sich um Himmelswillen keine Gedanken darüber machen, was die anderen dazu sagen. Man muss es niemanden Recht machen, Hauptsache man fühlt sich selbst wohl und der  eigenen Familie geht es gut dabei.

Vielleicht muss man sich auch mal als Familie zusammensetzten und gemeinsam überlegen, was wem wichtig ist und so gemeinsam herausfinden, wie man seine Prioritäten setzt und welche Routinen dafür notwendig sind. Kompromisse finden mit denen es allen besser geht. So bekommt man auch mehr Verständnis für bestimmte Regeln oder Gegebenheiten und Rangeleien darum können minimiert werden.

Ausblick

Ich denke wir könnten viel von einander lernen. Natürlich passt nicht jede Routine für jeden, aber wie andere Familien mit ihrem Stress erfolgreich umgehen und welche (kreativen/ ungewöhnlichen) Lösungen sie gefunden haben, könnte anderen noch suchenden Familien vielleicht helfen.

Aus diesem Grund versuche ich in Zukunft regelmäßig andere Mamas oder Papas zum Thema Stressmanagement zu  interviewen. So können wir möglicherweise von einander lernen und von den positiven Erfahrungen der anderen profitieren. Mal sehen ob sich dieses Vorhaben umsetzten lässt.

In diesem Sinne eine streßfreie restliche Woche!!

Eure Mama Mude

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